Crowdfunding

»Complexo Alemão« in Rio de Janeiro.

»Complexo Alemão« in Rio de Janeiro. Fotos: Bruno Itan (2); Dhani Borges; Betinho Casas Novas

Abseits von Olympia

Junge Fotografen aus Rio zeigen ihre Favela

Die Welt blickt in diesem Jahr auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Doch wie sieht das Leben fernab der Spielstätten aus? Ihren Alltag und ihr Leben in einer der größten Favelas der Stadt halten die Teilnehmer des »Foto Clube Alemão« auf ihren Bildern fest. Diese »andere« Realität jenseits der reichen Stadtteile wie Copacabana oder Barra da Tijuca soll nun während der Olympischen Spiele in Dortmund in der Auslandsgesellschaft in Dortmund ausgestellt werden. Für die Realisierung wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Im vergangenen Jahr nahm FREELENS Mitglied Peter Lutz Kontakt zu den jungen Fotografen auf, die fünf Jahren zuvor einen Fotoclub gegründet und seitdem Fototouren in ihre Favela organisiert und Seminare gegeben haben. Bruno Itan war einer der Initiatoren des Foto Clube Alemão. Als Autodidakt hat er es jetzt geschafft, auch größere Aufträge zu bekommen, wie z.B. die Präsidentin zu porträtieren. Von Anfang an mit dabei war auch Betinho Casas Novas. Er leitet heute die Redaktion Voz da Comunidade, die direkt aus der Favela Complexo do Alemão berichtet. Seine Fotos erschienen nicht nur in der Tagespresse von Rio, auch die New York Times druckte seine Bilder.

Natürlich haben nicht alle in der Fotogruppe einen so steilen Aufstieg hingelegt, aber darum geht es ihnen auch nicht. Célio Ferreira und Michelle Beff zum Beispiel haben ihr Auskommen als Hochzeitsfotografen, was für die beiden einen riesigen Erfolg bedeutet. Trotz dieser Unterschiede ist das gemeinsame Engagement der jungen Fotografen im »Foto Clube Alemão« bis heute ungebrochen.

Zusammen mit der Auslandsgesellschaft hat Peter Lutz ein Crowdfunding gestartet. Anliegen des Projektes ist es, durch die Ausstellung allen Interessierten kostenfrei einen authentischen und außergewöhnlichen Einblick in den Alltag in den brasilianischen Favelas zu geben. So wird die Ausstellung – ganz ohne Sprache – zum Sprachrohr für die Fotografen. Zu der Fotoausstellung soll es eine zweisprachige Zeitung im Berliner-Format geben, auch möchten die Veranstalter Célio Ferreira als Vertreter des »Foto Clube Alemão« zur Vernissage nach Dortmund einladen.

Das Projekt kann noch bis zum 13. Juli 2016 hier unterstützt werden: »Favela-Fotografen aus Rio – Abseits von Olympia« auf Startnext.