5. Dezember 2016 bis 14. Januar 2017

Derry/Londonderry, Nordirland im August 1996.

Derry/Londonderry, Nordirland im August 1996. Foto: Markus Schreiber

Sebastian Bolesch|Markus Schreiber

Marching Season Northern Ireland 1996

Die Fotografien zu der Ausstellung »Marching Season – Northern Ireland 1996«, ein Blick auf den Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten, entstanden bei einer gemeinsamen Reise der beiden Fotografen Sebastian Bolesch und Markus Schreiber im August 1996. Sebastian Bolesch dokumentierte die Ereignisse in Farbe und Markus Schreiber in Schwarz-Weiß. Nach 20 Jahren entschlossen sie sich, die Reportage, die ohne Auftrag entstand und deren Bilder nur einzeln und getrennt in Zeitungen und Magazinen publiziert wurden, in einer gemeinsamen Ausstellung zu präsentieren.

In der »Marching Season« erinnern protestantische Organisationen wie der Oranier-Orden an die Schlacht am Boyne vom 12. Juli 1690. Damals schlugen die Protestanten unter König Wilhelm III. von England das katholisch-irische Heer und den katholischen König Jakob II. Jedes Jahr um den 12. Juli marschieren daher meist radikale protestantische Verbände durch Nordirland – dabei führen die Märsche häufig auch durch katholische Viertel. Die Bewohner dieser Viertel versuchen wiederum, die Märsche zu blockieren. Während der »Marching Season« kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten sowie mit der nordirischen Polizei.

Derry/Londonderry, Nordirland im August 1996.

Derry/Londonderry, Nordirland im August 1996. Foto: Sebastian Bolesch

Die »Apprentice Boys« sind eine protestantische Bruderschaft in der Stadt Derry/Londonderry. Sie marschieren jedes Jahr am 12. August. Dabei erinnern die Protestanten mit ihrer Parade an den erfolgreichen Widerstand der Bewohner gegen die Belagerung der Stadt 1689 durch den katholischen König Jakob II. Viele Katholiken sehen in der Parade eine Provokation und versuchen den Marsch durch ihre Viertel zu verhindern.

Sebastian Bolesch lebt in Moskau und Berlin. Nach der Ausbildung in der Fotoagentur »Das Fotoarchiv« in Essen machte er sich 1992 als Fotojournalist selbstständig. Er arbeitet im Auftrag für Zeitungen und Magazine sowie diverse Hilfsorganisationen. Auslandreportagen unter anderem aus Afghanistan, Irak, Israel, Palästina, Haiti, Irland, Kosovo, Ukraine und Südsudan.

Markus Schreiber lebt in Berlin. Als Fotograf Autodidakt, war er in den 1980er und 1990er Jahren als freier Fotograf in Bonn tätig, unter anderem für die Bonner Rundschau. Seit 1999 Fotograf im Berliner Büro der Nachrichtenagentur der AP. Neben der Berichterstattung aus Deutschland und Europa berichtete Markus Schreiber unter anderem aus Israel, Palästina, Pakistan, Südafrika, sowie über internationale Sportereignisse. Markus Schreiber gewann 2014 bei den World Press Photo Awards in der Kategorie »Observed Portrait«.

Sebastian Bolesch & Markus Schreiber
Marching Season Northern Ireland 1996
5. Dezember 2016 bis 14. Januar 2017
Vernissage am 3. Dezember 2016, 18 Uhr

Andreas Reinsch Project
Oranienplatz 1
10999 Berlin

Öffnungszeiten
Montag 10 bis 16 Uhr
Dienstag bis Freitag 10 bis 19.30 Uhr
Samstag 10 bis 16 Uhr
und nach Vereinbarung