Fotografische Nachlässe

Im Hinblick auf die Sicherung und Zugänglichmachung aktueller und zukünftiger Fotografennachlässe steht die Fotografieszene in Deutschland vor großen Herausforderungen.

Im Hinblick auf die Sicherung und Zugänglichmachung aktueller und zukünftiger Fotografennachlässe steht die Fotografieszene in Deutschland vor großen Herausforderungen. Foto: Thies Rätzke

Netzwerk Fotoarchive goes DGPh

Die Mitglieder von Netzwerk Fotoarchive e.V. und der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) haben beschlossen, die Aktivitäten des Netzwerks Fotoarchive ab sofort unter dem Dach der DGPh fortzuführen.

Netzwerk Fotoarchive e.V. war 2011 auf Anregung von Photonews als gemeinnütziger Verein gegründet worden, um Initiativen und fotografische Verbände zur Sicherung fotografischer Nachlässe zu bündeln. Neben der DGPh gehörten Verbände wie FREELENS, BFF und BVPA sowie die Deutsche Fotothek in Dresden zu den Gründungsmitgliedern. Damit wurde auf die ungewisse Zukunft vieler fotografischer Archivbestände reagiert. Die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst förderte das Projekt 2011.

Die Webseite www.netzwerk-fotoarchive.de informiert seither über institutionell bereits gesicherte Fotoarchive, über Veranstaltungen zum Thema und klärt Fotografen oder Erben bzw. Nachlassverwalter mit einem Merkblatt über die wichtigsten Aspekte für das Angebot eines Fotobestandes auf.

2013 realisierte das Netzwerk Fotoarchive eine Umfrage unter öffentlich-rechtlichen Institutionen in Deutschland. Die Ergebnisse verdeutlichen die verschiedenen thematischen und regionalen Sammlungsgebiete im Bereich der Fotografie. Von Anfang an gab es eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen der DGPh und Netzwerk Fotoarchive. 2012 war Netzwerk Fotoarchive e.V. Kooperationspartner bei dem vielbeachteten DGPh-Symposium »Der Gang der Dinge. Welche Zukunft haben photographische Archive und Nachlässe?«, zu dem 2013 eine Publikation erschien.

Der gemeinnützige Verein Netzwerk Fotoarchive e.V. wurde 2011 als Reaktion auf die ungewisse Zukunft vieler fotografischer Archivbestände gegründet.

Der gemeinnützige Verein Netzwerk Fotoarchive e.V. wurde 2011 als Reaktion auf die ungewisse Zukunft vieler fotografischer Archivbestände gegründet. Foto: Thies Rätzke

Die DGPh ist als Dachverband wichtiger Ansprechpartner für Fotografen, wenn es um Fragen zu ihren Archiven geht. Dies hat zu der Entscheidung geführt, auf eine doppelte Vereinsstruktur zu verzichten und die Kräfte innerhalb der DGPh zu bündeln. In einer außerordentlichen Sitzung Ende Juni 2017 hat der Verein Netzwerk Fotoarchive entsprechend seine Auflösung beschlossen. Das Vereinsvermögen geht an die DGPh über, die Website www.netzwerk-fotoarchive.de wird von der DGPh fortgeführt und ausgebaut.

FREELENS, BFF und BVPA unterstützen ausdrücklich die Fortführung des gemeinnützigen Projekts innerhalb der DGPh und haben ihre weitere Mitarbeit am Netzwerk bekräftigt. Allen Beteiligten ist bewusst, dass die Fotografieszene in Deutschland weiterhin vor großen Herausforderungen steht, um aktuelle und zukünftige Fotografennachlässe zu sichern und zugänglich zu machen.

Zudem gilt es, über die vielen (regionalen) Initiativen und Institutionen zu informieren, die fotografische Archive und Nachlässe bewahren. »Die DGPh freut sich darauf, das Netzwerk weiterführen zu können. Diese absolut notwendige Plattform muss erhalten bleiben und angesichts der erwartbaren Entwicklungen auch ausgebaut werden«, meint DGPh-Vorsitzender Ditmar Schädel.