Regionalgruppe Berlin

Die Regionalgruppe Berlin ließ sich von Dr. Enno Kaufhold durch die Ausstellung »Kreuzberg–Amerika« im C/O Berlin führen.

Die Regionalgruppe Berlin ließ sich von Dr. Enno Kaufhold durch die Ausstellung »Kreuzberg–Amerika« im C/O Berlin führen. Foto: Rainer F. Steussloff

»Kreuzberg–Berlin« im C/O Berlin

Persönlichkeitsfindung in der Werkstatt für Photographie

»Wir bemühen uns, dem Schüler zu helfen, seine Persönlichkeit zu erkennen, beziehungsweise zu finden, wobei zwangsläufig die Fotografie hinsichtlich ihrer kommerziellen Verwertbarkeit unerheblich wird«, wird Michael Schmidt in der Ausstellungsankündigung zitiert. Die von ihm 1976 in Berlin gegründete »Werkstatt für Photographie« war eine Institution in der Auseinandersetzung mit Fotografie und der Persönlichkeit der Fotografierenden.

Fotohistoriker Dr. Enno Kaufholdt führte die Mitglieder der Regionalgruppe Berlin am 7. Februar 2017 durch die umfangreiche Ausstellung im Erdgeschoss des C/O Berlin. Die Ausstellung zeigt nicht nur Arbeiten der Fotografen, Dozenten und Gäste der Werkstatt für Photographie, sondern auch Werke von internationalen renommierten Künstlern, die in der Werkstatt ausgestellt haben, wie Robert Adams, Diane Arbus oder Stephen Shore.

Bilder aus der Arbeit »San Quentin Point« von Lewis Baltz. Die Werkstatt für Photographie bot 1980 einen Workshop mit dem amerikanischen Fotografen an.

Bilder aus der Arbeit »San Quentin Point« von Lewis Baltz. Die Werkstatt für Photographie bot 1980 einen Workshop mit dem amerikanischen Fotografen an. Foto: Rainer F. Steussloff

Betrachtung der Arbeit »Der verbotene Tod« von Hermann Stamm, die 1979 mit dem Otto-Steinert-Preis ausgezeichnet wurde. Laut Stamm wird in unserer Gesellschaft der Tod verdrängt und beiseite gelegt – daher werden die Fotografien auch in Leitz-Ordner präsentiert, dem beliebtesten »Ablagesystem« der Deutschen.

Betrachtung der Arbeit »Der verbotene Tod« von Hermann Stamm, die 1979 mit dem Otto-Steinert-Preis ausgezeichnet wurde. Laut Stamm wird in unserer Gesellschaft der Tod verdrängt und beiseite gelegt – daher werden die Fotografien auch in Leitz-Ordner präsentiert, dem beliebtesten »Ablagesystem« der Deutschen. Foto: Rainer F. Steussloff

Ersichtlich wird dabei die Entwicklung von der konsequenten dokumentarischen Arbeit in Schwarzweiß hin zu neuen fotografischen Formen und Experimenten der Fotografie, der Dialog zwischen Amateuren und Profis in Kursen und Ausstellungen im Rahmen der Erwachsenenbildung an der Volkshochschule Kreuzberg. Mit ihrer Mischung aus hochkarätigen Ausstellungen und Workshops, Vorträgen und der künstlerisch orientierten Ausbildung gelang es der Werkstatt während ihres zehnjährigen Bestehens, Volksbildung auf höchstem Niveau zu betreiben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Februar 2017 zu sehen.

C/O Berlin
Amerika Haus,
Hardenbergstraße 22-24
http://www.co-berlin.org/kreuzberg-amerika-ausstellung-berlin

Öffnungszeiten
täglich von 11-20 Uhr