22. Juni bis 14. August 2015

Maria Breuer (geb. Nelles) auf dem Sportplatz von Nohn in der Eifel. Torfrau der ersten Stunde beim SC 07 Bad Neuenahr stand Maria Breuer über 30 Jahre zwischen Pfosten. Mit 17 Jahren war sie bei der ersten (inoffiziellen) Weltmeisterschaft in Italien. Höhepunkt ihrer Karriere war 1978 die deutsche Meisterschaft mit dem SC 07 Bad Neuenahr. Breuer hielt den entscheidenden Elfmeter.

Maria Breuer (geb. Nelles) auf dem Sportplatz von Nohn in der Eifel. Torfrau der ersten Stunde beim SC 07 Bad Neuenahr stand Maria Breuer über 30 Jahre zwischen Pfosten. Mit 17 Jahren war sie bei der ersten (inoffiziellen) Weltmeisterschaft in Italien. Höhepunkt ihrer Karriere war 1978 die deutsche Meisterschaft mit dem SC 07 Bad Neuenahr. Breuer hielt den entscheidenden Elfmeter. Foto: Günther Bauer

Günther Bauer

Pionierinnen des deutschen Frauenfußballs

Günther Bauer zeigt fotografische Porträts der Menschen, die den deutschen Frauenfußball von seinen Anfängen in den 1950er Jahren bis heute geprägt haben. Erinnerungen, Trophäen, Bilder und Texte lassen den Zuschauer in persönliche Fußballwelten eintauchen, die zusammen zur kollektiven Erfolgsstory wurden. Die Vernissage findet am 1. Juli 2015 um 18.00 Uhr im Rathaus Bad Neuenahr-Ahrweiler statt.

Im Mittelpunkt des Projekts »Pionierinnen des deutschen Frauenfußballs« stehen nicht vordergründig Daten und Fakten zur Sporthistorie, sondern die persönlichen Erfahrungen und Geschichten jener Menschen, die den deutschen Frauenfußball maßgeblich geprägt und mitgestaltet haben. Von den beherzten und schwierigen Anfängen in den konservativen 50er Jahren mit seinem Frauenfußballverbot durch den DFB, das erst 1970 aufgehoben wurde, bis hin zu den Erfolgen in der Gegenwart.

Martina Hertel (geb. Arzdorf) führte uns zu den Anfängen ihrer Fußballkarriere, die auf dem Bolzplatz des SV Waldporzheim begann. Schon mit 15 Jahren wurde die Stürmerin 1970 bei der ersten (inoffiziellen) WM in Italien zum Shootingstar. Sie schoss das einzige Tor der deutschen Mannschaft. Im Laufe ihrer neunjährigen Karriere schoss Martina Arzdorf über 200 Tore und wurde mit dem »Bomber der Nation« Gerd Müller verglichen.

Martina Hertel (geb. Arzdorf) führte uns zu den Anfängen ihrer Fußballkarriere, die auf dem Bolzplatz des SV Waldporzheim begann. Schon mit 15 Jahren wurde die Stürmerin 1970 bei der ersten (inoffiziellen) WM in Italien zum Shootingstar. Sie schoss das einzige Tor der deutschen Mannschaft. Im Laufe ihrer neunjährigen Karriere schoss Martina Arzdorf über 200 Tore und wurde mit dem »Bomber der Nation« Gerd Müller verglichen. Foto: Günther Bauer

So spiegelt sich in den Äußerungen bekannter wie unbekannter Pionierinnen (und Pioniere), die Günther Bauer für sein Projekt in persönlichen Interviews auch filmisch eingefangen hat, die Entwicklung des Zeitgeists zwischen dem von den Medien seinerzeit eher belächelten »Damenfußball« der ersten Stunde und dem etablierten Frauenfußball unserer Tage. Die lebendigen Zeitdokumente aus feinfühlig erarbeiteten Portraits und Interviews fügen sich hier wie ein Mosaik zu einem vielschichtigen Bild des deutschen Frauenfußballs im Kontext der bundesrepublikanischen Alltags- und Zeitgeschichte von mehr als 50 Jahren.

Der authentische Blick auf Augenhöhe mit den vorgestellten Persönlichkeiten bindet den Besucher in diesen intimen und gleichermaßen kollektiven Erinnerungsprozess ein. Fotografien, Videoinstallation (30 Minuten Projektfilm) und Audiostationen mit den O-Tönen einiger Spielerinnen bieten hierzu unterschiedliche mediale Ansätze, die uns mitnehmen auf eine andere Zeitreise, von der wir nicht zuletzt etwas von jener Begeisterung mitnehmen dürfen, von der die Protagonistinnen des deutschen Frauenfußballs auch in schwierigen Zeiten getragen wurden.

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Die Ausstellung ist vom 22. Juni bis zum 14. August 2015 hier zu sehen:

Rathaus Bad Neuenahr-Ahrweiler
Haupstr. 116, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
http://www.sportartproject.de/frauenfussball-pionierinnen/