31. Oktober bis 18. November 2016

Geflüchtete sind im sogenannten »Niemandsland« vor dem österreichischen Spielfeld (im Hintergrund) festgesetzt und brechen Äste von den Bäumen, um sich bei den niedrigen Temperaturen zu wärmen. Sentilj, Slowenien, 18. November 2015.

Geflüchtete sind im sogenannten »Niemandsland« vor dem österreichischen Spielfeld (im Hintergrund) festgesetzt und brechen Äste von den Bäumen, um sich bei den niedrigen Temperaturen zu wärmen. Sentilj, Slowenien, 18. November 2015. Foto: Kaveh Rostamkhani

Kaveh Rostamkhani

Rebordering Europe

Diskussionen, wie die Politik die unkontrollierten Migrationsbewegungen nach Europa regulieren soll, sind medial allgegenwärtig. In der Regel nach einer Lesart, die die Politik als Subjekt und die Migrant*innen als Objekt begreift. Diese Art von (Bild-)Berichterstattung legitimiert fraglos die europäische Migrations- und Grenzpolitik. Wird doch einmal aus der Perspektive von Migrant*innen berichtet, dann werden diese oft viktimisiert.

Die große Zahl der Migrant*innen, die im Jahr 2015 ihren Weg nach Europa suchten, hat zu einem temporären Kollaps des europäischen Grenzsystems geführt. Der Fotoessay »Rebordering Europe« beginnt mit der Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Deutschland, gefolgt von der Einzäunung der ungarischen Grenze. Er kommentiert den Versuch der Zurückgewinnung staatlicher Territorialkontrolle und die Intensivierung von »Migrationsmanagement« innerhalb der mitteleuropäischen Staaten. Auch sucht der Dokumentarfotograf Kaveh Rostamkhani in seinem Essay nach den Akteur*innen dieser Migrationspolitik.

Der ungarische Ministerpräsident Victor Orbán nach den Sitzungen des Europäischen Rats am 18. Oktober 2015. »Migration« war der Haupttagesordnungspunkt des Treffens der EU-Staatschef*innen in Brüssel. Ungarn hatte im September 2015 mit der Einzäunung und Schließung seiner Grenzen für Geflüchtete zu einer humanitären Krise auf der westlichen »Balkanroute« geführt.

Der ungarische Ministerpräsident Victor Orbán nach den Sitzungen des Europäischen Rats am 18. Dezember 2015. »Migration« war der Haupttagesordnungspunkt des Treffens der EU-Staatschef*innen in Brüssel. Ungarn hatte im September 2015 mit der Einzäunung und Schließung seiner Grenzen für Geflüchtete zu einer humanitären Krise auf der westlichen »Balkanroute« geführt. Foto: Kaveh Rostamkhani

Kaveh Rostamkhani studierte Kommunikationsdesign in Hannover und Dokumentarfotografie in Newport, Wales. Er arbeitet als unabhängiger Dokumentar- und Autorenfotograf. Neben Aufträgen für Zeitungen und NGOs arbeitet er an persönlichen Fotoprojekten mit sozio-politischem Schwerpunkt. Weitere Fotos und Informationen finden sich auf der Projektwebsite »Rebordering Europe«.

Kaveh Rostamkhani
Rebordering Europe
31. Oktober bis 18. November 2016
Vernissage am 2. November 2016, 19 Uhr.

Heinrich Böll Stiftung
Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr