5. November 2015 bis 9. Januar 2016

Aus der Serie »Surf Fiction«, 1997.

Aus der Serie »Surf Fiction«, 1997. Foto: Werner Amann

Werner Amann

Surf Fiction

Los Angeles, Miami, Las Vegas – der Fotograf Werner Amann fährt zwischen 1996 und 1997 immer wieder durch diese Städte und zeigt Orte, Situationen und Menschen, die allesamt visuell aufgeladen sind mit den Mythen und den Klischees der US-amerikanischen Gesellschaft. Werner Amanns Vorgehen ist affirmativ und kritisch zugleich: Er weiß um die Wirkmacht der Bilder, die Film, Fotografie, Literatur, aber auch Werbung und Mode kreieren und begegnet auf seinen Reisen immer wieder diesen Stereotypen, die sich mal unterschwellig, mal offenkundig, in die Strukturen und Verhaltensweisen des gesellschaftlichen Lebens eingeschrieben haben.

Aus der Serie »Surf Fiction«, 1997.

Aus der Serie »Surf Fiction«, 1997. Foto: Werner Amann

Seine Fotografie ist mitunter grell und direkt, dann wieder leise und atmosphärisch dicht, zeigt in einem Moment das Aufbrechen und die Entlarvung von Klischees, dann wieder fokussiert er Momente der Ruhe und der Zärtlichkeit. Amann arbeitet dezidiert mit den Möglichkeiten eines Layouts: er fügt 3D-Schriften in seine Bilder ein, arbeitet mit Sequenzen, farbigen Hintergründen, Videostills oder Bildüberblendungen. »Surf Fiction« funktioniert wie ein Storyboard, bloß das Werner Amann seine Geschichten auf Doppelseiten erzählt und ganz bewusst auf Kontraste und Fragmentierungen setzt.

Aus der Serie »Surf Fiction«, 1997.

Aus der Serie »Surf Fiction«, 1997. Foto: Werner Amann

Werner Amanns »Surf Fiction« wurde 1997 als Buch konzipiert und 2014 im Verlag Whitepress publiziert. In Hannover ist erstmals eine größere Auswahl in einer Einzelausstellung zu sehen. Neben den grundsätzlichen Überlegungen zur visuellen Kultur Amerikas und den Ausdrucksformen der Fotografie bietet »Surf Fiction« auch die Möglichkeit, über die kulturellen und soziopolitischen Veränderungen in den USA seit dem Ende der Neunzigerjahre nachzudenken. »Surf Fiction« entsteht zwischen Quentin Tarantinos Pulp Fiction (1994) und den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und bezeichnet damit auch den Weg vom gesellschaftlichen Hedonismus zum Realismus der Krise.

Werner Amann
Surf Fiction
5. November 2015 bis 9. Januar 2016

Eröffnung der Ausstellung am 5. November 2015, 19.30 Uhr mit einer Einführung von Maik Schlüter, freier Autor & Kurator.

Ricus Aschemann
Galerie für Fotografie
Calenbergerstrasse 12
30169 Hannover

www.ricusaschemann.de

Öffnungszeiten
Freitag & Samstag 12 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung