24. März bis 24. April 2016

BND-Zentrale in Pullach – Eingang zum Fußgängertunnel, der altes und neues Geländeteil verbindet. Die BND-Mitarbeiter müssen somit nicht das Gelände verlassen, um auf den jeweils anderen Geländeteil zu gelangen.

BND-Zentrale in Pullach – Eingang zum Fußgängertunnel, der altes und neues Geländeteil verbindet. Die BND-Mitarbeiter müssen somit nicht das Gelände verlassen, um auf den jeweils anderen Geländeteil zu gelangen. Foto: Martin Lukas Kim

Martin Lukas Kim

Unheimlich – Der Bundesnachrichtendienst 1956–2016

Ein Blick hinter die Kulissen des Bundesnachrichtendienstes im Gruner + Jahr Pressehaus in Hamburg.

Ungewöhnliche Einblicke in eine der ansonsten verschwiegensten Institutionen Deutschlands ließ der Bundesnachrichtendienst anlässlich seines 60-jährigen Bestehens erstmals zu. Die BND-Verantwortlichen gestatteten dem Fotografen Martin Lukas Kim ohne größere Restriktionen, den BND aus Anlass des Umzugs von großen Teilen der Zentrale des deutschen Auslandsnachrichtendienstes von Pullach nach Berlin künstlerisch zu dokumentieren.

Übungshalle der »SoShinDo«-Gruppe in der BND-Zentrale in Pullach.

Übungshalle der »SoShinDo«-Gruppe in der BND-Zentrale in Pullach. Foto: Martin Lukas Kim

»Beim Fotografieren in Pullach hatte ich große Freiheiten – mit zwei Einschränkungen: Menschen und Autokennzeichen durfte ich nicht abbilden. Die Konzentration auf die Spuren der Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen, auf die Gestaltung der Büroräume und die seltsam leeren Bereiche zwischen den Gebäuden ließ jedoch interessante Rückschlüsse auf den Alltag innerhalb des BND zu. Ich entschied, ausschließlich nachts zu fotografieren – die Bilder sind ein Ringen mit dem Ort um Licht, um Information, um Erkenntnis«, erklärt Martin Lukas Kim zur Entstehung der Dokumentation aus Pullach.

Rückansicht des Zentralgebäudes der neuen BND-Zentrale in Berlin.

Rückansicht des Zentralgebäudes der neuen BND-Zentrale in Berlin. Foto: Martin Lukas Kim

Gerhard Schindler, Präsident des BND, begründet das ungewöhnliche Projekt so: »Dass die Öffnung nach außen für einen Nachrichtendienst immer eine Gratwanderung bedeutet, ist klar. Aber es ist in unserer freiheitlichen Demokratie unabdingbar: Diesen schwierigen Spagat zwischen dem nachrichtendienstlichen Methoden- und Quellenschutz und dem wachsenden gesellschaftlichen Informationsbedürfnis müssen wir einfach hinbekommen.«

Herausgekommen ist dabei eine gleich in mehrfacher Hinsicht einzigartige Ausstellung. Die rund 50 großformatigen Fotos bieten faszinierende Momentaufnahmen aus einer Behörde, die für Auslandsaufklärung, Spionage und absolute Verschwiegenheit steht.

Neue BND-Zentrale in Berlin. Innenansicht eines der drei riesigen Atrien im Zentralgebäude. Anhand kleiner Details sieht man, dass die neue BND-Zentrale weder fertiggestellt noch bezogen ist.

Neue BND-Zentrale in Berlin. Innenansicht eines der drei riesigen Atrien im Zentralgebäude. Anhand kleiner Details sieht man, dass die neue BND-Zentrale weder fertiggestellt noch bezogen ist. Foto: Martin Lukas Kim

Die Ausstellung in dieser Form ist eine Premiere, da sie um Fotografien des BND-Neubaus in Berlin ergänzt wurde, die bisher noch nicht öffentlich gezeigt worden sind.

Im Gegensatz zu den nächtlichen Aufnahmen aus Pullach fotografierte Martin Lukas Kim die neue BND-Zentrale gleißend hell, quasi transparent. »Der Betrachter soll sich fragen, ob und wann diese Transparenz zu einem Erkenntnisgewinn führt«, erläutert dazu der Fotograf.

Die Ausstellung ist noch bis zum 24. April 2016 zu sehen.

Gruner + Jahr Pressehaus
Baumwall 11, 20459 Hamburg

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr
mittwochs 10 bis 20 Uhr

Eintritt frei