3. September bis 25. Oktober 2015

Pepe Kalle bei einer Probe, Kinshasa, Kongo, 1994.

Pepe Kalle bei einer Probe, Kinshasa, Kongo, 1994. Foto: Thomas Dorn/laif

Kooperation mit laif

»Views on Africa« in der GAF

Die Galerie für Fotografie Hannover zeigt in Kooperation mit der laif – Agentur für Photos und Reportagen die Ausstellung »Views on Africa« mit Fotos von Per-Anders Pettersson, Jan Grarup, Christian Lutz, Obie Oberholzer, Peter Bialobrzeski und Thomas Dorn. Eröffnet wird die Ausstellung am 2. September 2015 um 19.00 Uhr.

Aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen diese vielfach ausgezeichneten Fotografen ihre ganz persönlichen Sichtweisen auf Afrika. Sie begleiten Menschen zwischen Goldgräberstimmung und Desillusionierung im Südafrika nach der Apartheid; tauchen ein in die Welt der Wirtschaft mit ihren Folgen für Gesellschaft und Umwelt in Nigeria; in das von Krieg und Terrorismus gezeichnete Somalia; die traumhafte Welt der Reisen, die Freiheit und Glück verheißen; sie präsentieren einen Einblick in die Wohn- und Schlafzimmer der Slums von Kliptown in Südafrika und führen uns nicht zuletzt in die Welt der Rhythmen Afrikas, die die Vielfalt dieses großartigen Kontinents widerspiegeln.

Thomas Dorn: »Houn Noukoun – Gesichter und Rhythmen Afrikas«
Aufbrechen zu den klingenden Straßen Afrikas, zur Begegnung mit 300 Musikern. Das ist das Abenteuer, das Thomas Dorn durch 19 Länder Afrikas geführt hat: Vom Senegal bis nach Äthiopien, von Mali nach Südafrika – von den uralten Polyphonien der Pygmäen bis zur Rap-Szene. Ob es sich um Stars handelt wie Manu Dibango, Youssou N’Dour, Fela Kuti, Salif Keita, Miriam Makeba, Angelique Kidjo, Positive Black Soul oder um traditionelle Musiker, die im Westen noch unbekannt sind – »Houn-Noukoun – Gesichter und Rhythmen Afrikas« ist eine Reise ins Herz einer erstaunlichen Vielfalt.

Noluyanda Mqutwana übt vor ihrem Haus in Khayelitsha, einem der größten Townships Südafrikas am Stadtrand von Kapstadt.

Noluyanda Mqutwana übt vor ihrem Haus in Khayelitsha, einem der größten Townships Südafrikas am Stadtrand von Kapstadt. Foto: Per-Anders Pettersson/laif

Per-Anders Petersson: »Rainbow Transit«
Im Frühling 1994 flog der Schwede Per-Anders Pettersson nach Südafrika, um dort die historischen Wahlen zu fotografieren, aus denen Nelson Mandela als erster schwarzer Präsident hervorging. So begann Peterssons Liebesaffäre mit Südafrika. Seit über zwei Jahrzehnten befragt er nun mit der Kamera die komplexe Realität des täglichen Lebens in diesem afrikanischen Ausnahmeland.

Somalia. Ein junger Mann trägt einen Hai zu einem Fischmarkt.

Somalia. Ein junger Mann trägt einen Hai zu einem Fischmarkt. Foto: Jan Grarup/laif

Jan Grarup: »Somalia«
Nach über zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg zählt Somalia zu den größten Krisengebieten weltweit. Seit dem Sturz von Präsident Siad Barre im Jahr 1991 wurde das Land von Chaos, Bürgerkrieg und Hungerkrisen heimgesucht. Jan Grarup reist bereits seit Jahren dort hin und dokumentiert in eindringlichen Bildern das Leben der Menschen, die in dem Konflikt auf der Strecke bleiben.

Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) Komplex. Abuja, Nigeria, 2010.

Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) Komplex. Abuja, Nigeria, 2010. Foto: Christian Lutz/VU/laif

Christian Lutz (VU): »Tropical Gift«
Christian Lutz’ Reportage taucht ein in eine hermetisch abgeschlossene Welt – die Welt der Wenigen, die von den reichen Öl- und Gasvorkommen Nigerias profitieren. Er dokumentiert das Milieu der nigerianischen Geschäftsleute fernab ihrer Büros in der Hauptstadt Abuja. Er beobachtete deren Alltag zu Hause und begleitete sie zu Sitzungen mit Vertretern des nigerianischen Staates. Im Kontrast dazu stehen das Elend der Zivilbevölkerung und die ökologische Katastrophe im Nigerdelta.

Libysche Wüste.

Libysche Wüste. Foto: Obie Oberholzer/laif

Obie Oberholzer: »Long Distance«
Obie Oberholzer, geboren 1947 auf einer Farm in Südafrika, studierte Fotografie in München. Seit 1975 lebt er in Nature’s Valley, Südafrika und hat von dort aus mehr als 10 Bildbände und 20 Einzelausstellungen zum Thema Afrika fotografiert. In seinen Bildern strebt Obie Oberholzer danach, »eine außergewöhnliche Art von Glück zu entdecken, um es der Welt zu zeigen«.

Kliptown (Soweto), Johannesburg, Südafrika, 2009.

Kliptown (Soweto), Johannesburg, Südafrika, 2009. Foto: Peter Bialobrzeski/laif

Peter Bialobrzeski: »Informal Arrangements«
Peter Bialobrzeski zeigt in seinem neuen Projekt »Informal Arrangements« Interieurs südafrikanischer Slumhütten. Die Fotos entstanden im März 2009 in Kliptown, einem Vorort von Soweto. 1955 trafen sich in Kliptown 3000 Mitglieder der Anti-Apartheid-Bewegung und verabschiedeten die »Freedom Charter«, ein 10-Punkte-Programm, das bis 1990 verboten blieb und heute wesentlicher Bestandteil der südafrikanischen Verfassung ist. Trotz des historischen Auftrags hat sich die Lebenssituation der Bewohner*Innen informeller Siedlungen in den vergangenen 50 Jahren nur unwesentlich verbessert. Die Hoffnung, die die ausschließlich schwarze Bevölkerung der Shanty Town von Kliptown mit der Machtübernahme des ANC verband, ist einer tiefen Resignation gewichen.

 

Galerie für Fotografie in Hannover (GAF)
Seilerstraße 15d, 30171 Hannover
www.gafeisfabrik.de

Öffnungszeiten:
3. September bis 25. Oktober 2015
Donnerstag bis Sonntag: 12.00 bis 18.00 Uhr