30. September bis 16. Oktober 2017

Liu Dejun ist ein chinesischer Blogger und Menschenrechtsaktivist. Im Jahr 2003 begann er in der Arbeiterstadt Guangdong Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. In der Folge wurde er mehrfach verwarnt und verhaftet – und Opfer von Misshandlungen. Immer mehr Freunde verschwanden, seine Familie wurde vernommen und drangsaliert. Seit 2013 lebt er in Europa. Im Februar 2014 wurde Lius chinesisches Blog gelöscht, seitdem berichtet er auf www.freeinchina.org über Menschenrechtsverletzungen in seiner Heimat.

Liu Dejun ist ein chinesischer Blogger und Menschenrechtsaktivist. Im Jahr 2003 begann er in der Arbeiterstadt Guangdong Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. In der Folge wurde er mehrfach verwarnt und verhaftet – und Opfer von Misshandlungen. Immer mehr Freunde verschwanden, seine Familie wurde vernommen und drangsaliert. Seit 2013 lebt er in Europa. Im Februar 2014 wurde Lius chinesisches Blog gelöscht, seitdem berichtet er auf www.freeinchina.org über Menschenrechtsverletzungen in seiner Heimat. Foto: Daniel Chatard & Benjamin Thieme

Hochschule Hannover

Weiterschreiben. Texte von Mut und Trauer

In einer künstlerischen Ausstellung im Lindener Rathaus zeigen Journalistik- und Fotografie-Studierende der Hochschule Hannover vom 30. September bis zum 16. Oktober 2017 Porträtserien der elf Stipendiaten des deutschen PEN-Zentrums. Vier fotografische Formen ergeben zusammen mit den Reportagen sowie Video- und Hörfunkbeiträgen ein umfangreiches Gesamtwerk. Dieses soll den Autoren die Aufmerksamkeit verschaffen, die sie und ihre Geschichte verdienen. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, den 30. September, um 19 Uhr.

Das Kooperationsprojekt zwischen dem PEN-Zentrum Deutschland und der HsH hatte das Ziel, auf das »Writers in Exile«-Programm aufmerksam zu machen und den Stipendiaten dieses Programms eine Stimme zu geben. Ein Jahr lang arbeiteten 35 Studierende unter der Leitung von Journalistik-Professorin Gabriela Jaskulla und Fotografie-Dozent Knut Giebel mit elf Schriftstellern und Journalisten aus aller Welt zusammen, die aufgrund ihrer Wortkunst in ihren Heimatländern verfolgt und gefoltert wurden oder langjährige Haftstrafen absitzen mussten.

Amir Valle war seit 1989 als Autor, Literaturkritiker und Journalist in Kuba tätig und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Die kubanische Regierung betrachtete seine internationalen Erfolge als kritisch und tat alles, um seine Arbeit zu erschweren. Nachdem seine Studie über Prostitution in Kuba heimlich auf der Insel Verbreitung fand, obwohl Fidel Castro höchstpersönlich das Buch geächtet hatte, wurde seine Lage immer bedrückender. Nach einer Buchpräsentation in Spanien wurde ihm schließlich die Rückkehr nach Kuba verweigert.

Amir Valle war seit 1989 als Autor, Literaturkritiker und Journalist in Kuba tätig und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Die kubanische Regierung betrachtete seine internationalen Erfolge als kritisch und tat alles, um seine Arbeit zu erschweren. Nachdem seine Studie über Prostitution in Kuba heimlich auf der Insel Verbreitung fand, obwohl Fidel Castro höchstpersönlich das Buch geächtet hatte, wurde seine Lage immer bedrückender. Nach einer Buchpräsentation in Spanien wurde ihm schließlich die Rückkehr nach Kuba verweigert. Foto: Daniel Rodriguez

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Für das Projekt besuchten die Studierenden die Stipendiaten zunächst an ihren Wohnorten in Deutschland und erstellten ein schriftliches Porträt sowie eine narrative Fotostrecke, die das Leben des Stipendiaten bzw. der Stipendiatin in Deutschland zeigt. In einem zweiten Schritt kamen die Stipendiaten in kleinen Gruppen nach Hannover. An zwei Tagen wurden im Fotostudio der Hochschule Hannover klassische Porträts, Stillleben sowie Luminogramme erstellt, die in ihrer Bildsprache eine einheitliche Stimmung transportieren.

Maynat Kurbanova arbeitete ab 1991 für verschiedene russische Massenmedien. Seit Anfang des zweiten Tschetschenienkrieges war sie als Korrespondentin der Moskauer Zeitung Nowaja Gaseta und für die Radiostation Swoboda im Nordkaukasus, auch in Tschetschenien, tätig. Sie berichtete über die Kriegsereignisse, die unrühmlichen Taten des Militärs und die Gewalt in der Tschetschenischen Republik. Nach mehreren Drohungen gegen ihre Person verließ sie Russland.

Maynat Kurbanova arbeitete ab 1991 für verschiedene russische Massenmedien. Seit Anfang des zweiten Tschetschenienkrieges war sie als Korrespondentin der Moskauer Zeitung Nowaja Gaseta und für die Radiostation Swoboda im Nordkaukasus, auch in Tschetschenien, tätig. Sie berichtete über die Kriegsereignisse, die unrühmlichen Taten des Militärs und die Gewalt in der Tschetschenischen Republik. Nach mehreren Drohungen gegen ihre Person verließ sie Russland. Foto: Daniel Chatard & Benjamin Thieme

Mit dem Stillleben gelingt eine Reise in die Vergangenheit: Aus mitgebrachtem Bildmaterial der Autoren soll ein Eindruck davon entstehen, wo ihre Wurzeln liegen und was sie auf der Flucht erlebt und durchgestanden haben. In einem Luminogramm sind der Stipendiat und sein geschriebenes Werk in einem Bild vereint.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog. Der Eintritt ist frei.

Studierende der Hochschule Hannover
Weiterschreiben. Texte von Mut und Trauer
30. September bis 16. Oktober 2017
Vernissage am 30. September um 19 Uhr

Lindener Rathaus
Lindener Marktplatz 1, 30449 Hannover

Öffnungszeiten
Montag 8 bis 18 Uhr
Dienstag 8 bis 14 Uhr
Mittwoch 8 bis 12 Uhr
Donnerstag 8 bis 18 Uhr
Freitag 8 bis 14 Uhr

Die feierliche Finissage, zu der auch die Stipendiaten des PEN-Zentrums eingeladen sind, ist am Montag, 16. Oktober, um 19:00 Uhr im Lindener Rathaus. Es sprechen: Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Regula Venske, Präsidentin des deutschen PEN, sowie Lehrende und Studierende der Hochschule Hannover.

Begleitprogramm am 17. Oktober 2017
im Literaturhaus Hannover (Sophienstraße 2, 30159 Hannover)

11 bis 14 Uhr – Workshop
Der öffentliche Workshop richtet sich vor allem an Schüler*innen, aber auch an alle Interessierten, die wissen wollen, was man mit Social Networks bewegen kann und was nicht. Dabei sind die Autoren Amir Valle (Kuba), Yamen Hussein (Syrien) und Liu Dejun (China).

19:30 Uhr – Podiumsdiskussion
Die Podiumsdiskussion mit Maynat Kurbanova (Tschetschenien), Sanath Balasooriya (Sri Lanka), Enoh Meyomesse (Kamerun) und Najet Adouani (Tunesien) wird moderiert von Tabea Grzeszyk (Deutschlandfunk Kultur, Berlin).