8. März bis 7. April 2012

Blume gegen Bajonette - Demonstrantin vor dem Pentagon, Washington, 1967.

Blume gegen Bajonette - Demonstrantin vor dem Pentagon, Washington, 1967. Foto: Marc Riboud/Magnum Photos/Agentu

Kriegs- und Krisenfotografie

»Wunden der Welt«

Vom 8. März bis 7. April 2012 zeigt die Fotoschau »Wunden der Welt« im Design Center Hannover Magnum-Fotografien aus sechs Jahrzehnten – vom spanischen Bürgerkrieg bis zur ägyptischen Revolution. Eröffnung ist am Mittwoch, 7. März um 18.00 Uhr. Zusätzlich wird im Rahmen der Ausstellung am 15. März ein Artist Talk mit Magnum-Fotograf Abbas stattfinden.

Unabhängig wollen sie sein, nur der Wahrheit verpflichtet: 1947 gründeten Robert Capa, George Rodger, David Seymour und Henri Cartier-Bresson die Agentur Magnum Photos. Bis heute steht dieser Name für das Streben, die Wirklichkeit mit der Kamera zu erfassen und zu verstehen. Das fotografische Selbstverständnis über die notwendige Nähe des Fotojournalisten zu seinem Sujet hat niemand mehr auf den Punkt gebracht als Robert Capa mit seinem Satz: »Wenn deine Bilder nicht gut genug sind – dann bist du nicht nah genug dran!«. Auch für die Fotografen der jüngeren Magnum-Generation hat dieser Satz seine Symbolkraft nicht verloren; das beweisen die jüngsten Bilder aus dem arabischen Frühling.

Ob in Vietnam, Ruanda oder Irak, ob in Beirut, Sarajewo oder Kairo: Magnum-Fotografen waren und sind Augenzeugen der Umbrüche, der »Wunden der Welt«, so Henri Cartier-Bresson. Nicht selten definieren ihre Aufnahmen unsere Erinnerung an die jüngere Geschichte. Indem sie vergangenes Wissen reaktualisieren, werden gerade die sogenannten Ikonen der Kriegs- und Krisenfotografie zu zentralen Trägern unseres kollektiven Gedächtnisses, das zunehmend visuell geprägt ist.

Soldat hinter Schutzschild aus Plexiglas, Nordirland, 1973.

Soldat hinter Schutzschild aus Plexiglas, Nordirland, 1973. Foto: Philip Jones Griffiths/Magnum Ph

Mit »Wunden der Welt« schickt Magnum Photos sein Archiv zum ersten Mal in Form einer pädagogischen Ausstellung auf Reisen: Die Ausstellung zeigt 53 der wichtigsten Magnum-Arbeiten aus sechs Jahrzehnten Kriegs- und Krisenfotografie und spannt den chronologischen Bogen von den inzwischen historischen und oft zu Ikonen der Fotografie geadelten Bildern von Fotografen wie Robert Capa, Philip Jones Griffiths, Raymond Depardon, Marc Riboud und Werner Bischof hin zur jüngeren Generation der Magnum-Fotografen: Paolo Pellegrin, Thomas Dworzak, Moises Saman, Peter van Agtmael und Alex Majoli. Die Geschichten hinter den Bildern wurden von Absolventen der Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl recherchiert und aufgeschrieben und parallel zur Ausstellung in einem Katalog veröffentlicht. Grundlegende Texte zur Kriegsfotografie – darunter auch ein Beitrag von Fotografie-Professor Rolf Nobel – beleuchten das Thema von verschiedenen Seiten.

Am Donnerstag, 15. März, findet um 19.00 Uhr im Rahmen der Ausstellung ein Artist Talk mit dem Magnum-Fotografen Abbas statt. Abbas, der seit 1981 Mitglied der Agentur Magnum ist, widmete sich früh der Dokumentation sozialer und politischer Konfliktregionen wie Biafra, Bangladesch, Vietnam oder Nordirland. Bekannt wurde Abbas durch Fotografien über die Zustände der Apartheid in Südafrika und über die Revolution im Iran. Aktuell beschäftigt er sich mit der Bedeutung von Religion als Triebfeder internationaler Konflikte. Der Eintritt beträgt 3 Euro.

»Wunden der Welt« – 8. März bis 7. April 2012
Eröffnung: 7. März 2012, 18.00 Uhr
Adresse: Design Center, Expo Plaza 2, 30539 Hannover
Öffnungszeiten: montags bis sonnabends von 9.00 bis 19.00 Uhr
Eintritt: frei

Artist Talk mit Abbas – 15. März 2012, 19.00 Uhr
Eintritt: 3 Euro