2. Februar bis 30. März 2017

Ein immenser Brand von Autoreifen, wahrscheinlich ausgelöst durch Jugendliche. Voller Energie rast eine Gruppe von Kindern lachend auf den Fotografen zu. Erik Hinz macht in 5 Sekunden manuell 15 Bilder – dann ist die Situation auch schon wieder vorbei. Community Kanyamazane, Region Mpumalanga, Südafrika 1998.

Ein immenser Brand von Autoreifen, wahrscheinlich ausgelöst durch Jugendliche. Voller Energie rast eine Gruppe von Kindern lachend auf den Fotografen zu. Erik Hinz macht in 5 Sekunden manuell 15 Bilder – dann ist die Situation auch schon wieder vorbei. Community Kanyamazane, Region Mpumalanga, Südafrika 1998. Foto: Erik Hinz

Erik Hinz

Twenty-One Years in One Second

2. Februar bis 30. März 2017

Die Ausstellung wurde am Donnerstag, den 2. Februar 2017 in Anwesenheit des Fotografen eröffnet. Es sprach Hannes Wanderer, Peperoni Books.

Wie lang ist eine Sekunde? Bei Erik Hinz dauert sie eine Ewigkeit. Zumindest in seiner Serie »Twenty-One Years in One Second«, die ausgewählte fotografische Arbeiten aus zwei Jahrzehnten präsentiert. In denen ist der Fotojournalist aus Münster nämlich immer wieder kreuz und quer durch Deutschland, durch Europa und vor allem zu den ferneren Kontinenten gereist. Seine Begegnungen mit den Menschen auf diesen Reisen sind festgehalten in vielen wundersamen Schwarzweißfotos, für die der Verschluss der Kamera zusammengezählt wohl nur eine Sekunde geöffnet war.

Fotograf Alberto Díaz Gutiérrez, genannt Korda, vor seinem berühmtesten Porträt Che Guevaras. Hinz machte an diesem Tag 3 Bilder von Korda – und durfte ihn daraufhin fotografisch begleiten. Havanna, Kuba, 1998.

Fotograf Alberto Díaz Gutiérrez, genannt Korda, vor seinem berühmtesten Porträt Che Guevaras. Hinz machte an diesem Tag 3 Bilder von Korda – und durfte ihn daraufhin fotografisch begleiten. Havanna, Kuba, 1998. Foto: Erik Hinz

Das, was alle Arbeiten miteinander verbindet, ist der liebenswürdige, zuweilen wehmütige Blick, der von dem Irrsinn des Alltags und den oft aberwitzigen Bedingungen des Menschseins kündet, völlig unerheblich, wo sich der Fotograf gerade befunden hat. Lustige und melancholische Situationen halten sich bei Erik Hinz so die Waage. Als Fotograf nimmt er sich spürbar zurück und lässt die Menschen einfach machen. Er weiß, er muss einfach geduldig warten, bis er schließlich die richtige Szene gefunden hat, die in den allermeisten Fällen auf eine herrliche Pointe zusteuert.

Spontane Straßenszene in den Gassen von Fez in Marokko. Der Junge zieht hitzebedingt seinen Pullover auf eine extravagante Art aus. Nicht sichtbar: der Freund ihm gegenüber lacht sich schlapp bei dieser Handhaltung. Fez, Marokko, 2010.

Spontane Straßenszene in den Gassen von Fez in Marokko. Der Junge zieht hitzebedingt seinen Pullover auf eine extravagante Art aus. Nicht sichtbar: der Freund ihm gegenüber lacht sich schlapp bei dieser Handhaltung. Fez, Marokko, 2010. Foto: Erik Hinz

Denn Erik Hinz verfügt über eine großartige Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, zu erahnen, was als nächstes passieren könnte. Einmal sieht man, wie ein Junge kopfüber durch die Luft wirbelt. Der Fotograf hat ihn so aufgenommen, als ob dieser allen physikalischen Gesetzen trotzen könnte. Ein unfassbares Bild! In einer beeindruckenden Dichte sind bei Erik Hinz Situationen in Fotos gefasst, die den Betrachter nicht mehr aus dem Staunen kommen lassen.