VGH Fotopreis 2013

Die Kinder erlernen in der Zastawa auch einige Kampfspiele. Bei diesem sind die Augen verdeckt, die Waffe ist ein mit Stroh gefülltes Kissen.

Die Kinder erlernen in der Zastawa auch einige Kampfspiele. Bei diesem sind die Augen verdeckt, die Waffe ist ein mit Stroh gefülltes Kissen. Foto: Philipp Jeske

Philipp Jeske

Fotoreportage »Russlands neue Verteidiger« ausgezeichnet

»Russlands neue Verteidiger« ist Philipp Jeskes Fotoreportage über ein patriotisches Ferienlager für Kinder und Jugendliche in Russland, die den diesjährigen VGH Fotopreis gewonnen hat. Neben dem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro erhält der 27-Jährige, der im 7. Semester an der Hochschule Hannover Fotojournalismus und Dokumentarfotografie studiert, eine eigene Ausstellung in der VGH galerie vom 14. November 2013 bis 31. Januar 2014. Die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung finden am Donnerstag, 14. November, um 18 Uhr in den Räumlichkeiten der VGH galerie statt.

Tomskaja Zastawa (Die Grenzwache von Tomsk) – so heißt das Ferienlager in der Nähe der sibirischen Stadt, in dem sich seit fast einem Jahrzehnt Kinder und Jugendliche treffen. Das Sommercamp ist nicht viel größer als ein Fußballplatz, bietet jedoch jede Menge Raum für eine ungestörte Zeit in der Natur. Ein ehemaliger Soldat, ein Nostalgiker der Zarenzeit und die Russisch-Orthodoxe Kirche bilden jeden Sommer rund 150 Kinder vielseitig aus – denn ein echter Russe soll nicht nur körperlich fit sein und gut mit Waffen umgehen können, sondern auch die Traditionen und Geschichte seines Landes kennen und ehren. Auch der Glaube an Gott gehört zu jedem russischen Menschen dazu; wer will, kann sich während seiner Zeit im Ferienlager sogar taufen lassen. Bereits Vorschulkinder werden von ihren Eltern, die das Camp mit Spenden finanzieren, dort eingeschrieben, aber nicht jedes Kind hält dem Drill und der immensen körperlichen Belastung stand.

Während des »Marsh Brosok«, einem Kriegspiel zum Ende der Lagerzeit, geht ein Junge mit einer echten AK-47 der Sonne entgegen.

Während des »Marsh Brosok«, einem Kriegspiel zum Ende der Lagerzeit, geht ein Junge mit einer echten AK-47 der Sonne entgegen. Foto: Philipp Jeske

Mädchen werden während eines traditionellen Tanzspiels mit Musik von Jungs auf die Wange geküsst. Bei der »Wechörka« sollen sich junge Leute spielerisch näher kennenlernen.

Mädchen werden während eines traditionellen Tanzspiels mit Musik von Jungs auf die Wange geküsst. Bei der »Wechörka« sollen sich junge Leute spielerisch näher kennenlernen. Foto: Philipp Jeske

Die hochkarätige Jury des VGH Fotopreises zeigte sich auch in diesem Jahr von der Qualität der eingereichten Arbeiten beeindruckt. Mitglieder der Jury waren Ruth Eichhorn (Director of Photography/Geo), Ellen Dietrich (Leiterin Bildredaktion/DIE ZEIT), Andreas Trampe (Leiter Bildredaktion/stern), Christian Pohlert (Leiter Bildredaktion/F.A.Z.), Matthias Krug (Bildredaktion/DER SPIEGEL), Michael Thomas (Cheffotograf/HAZ) und Rolf Nobel (Fotografieprofessor/Hochschule Hannover). »Philipp Jeskes Arbeit über das patriotische Ferienlager ist hervorragend und in vielen unterschiedlichen Bildmustern fotografiert sowie gleichzeitig journalistisch aktuell«, so die einhellige Meinung der Jurymitglieder.

Der VGH Fotopreis wird seit dem Jahr 2001 vergeben. Mit einem Preisgeld von 10.000 Euro zählt der Preis bundesweit zu den höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. Zuerst als landesweiter Wettbewerb für Laien- und Profifotografen konzipiert, schreibt die VGH den Preis seit 2008 ausschließlich unter den Studierenden des Studienganges Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover aus.