Promenades Photographiques

Donata lag während Depressionen mit ihrem Hund Mikutis (mittlerweile verstorben) zusammen im Bett. Hannes Jung fragt nach dem Grund für die hohe Suizidrate in Litauen – und findet Antworten in den Wechselwirkungen von Individuum und Gesellschaft.

Donata lag während Depressionen mit ihrem Hund Mikutis (mittlerweile verstorben) zusammen im Bett. Hannes Jung fragt nach dem Grund für die hohe Suizidrate in Litauen – und findet Antworten in den Wechselwirkungen von Individuum und Gesellschaft. Foto: Hannes Jung

Hannes Jung

»How is life?« mit dem Prix Mark Grosset ausgezeichnet

Beim diesjährigen Prix Mark Grosset, der vom französischen Fotofestival Promenades Photographiques in Vendôme vergeben wird, hat Hannes Jung für seine Arbeit »How is life?«, mit der er 2016 sein Studium in Hannover abgeschlossen hat, die Auszeichnung in der Kategorie Dokumentation gewonnen.

In »How is life?« beschäftigt sich Hannes Jung mit Litauen, einem Land, das die höchste Suizidrate Europas und eine der höchsten der Welt hat. Proportional mehr als dreimal so viele Menschen wie in Deutschland bringen sich jährlich um, im ländlichen Raum steigt die Rate bis um das neunfache. Betroffen sind vor allem Männer zwischen 40 und 50 Jahren. Seit dem 2. Weltkrieg und mit Beginn der sowjetischen Besatzung ist die Suizidrate unter Männern in Litauen bis um das zehnfache gestiegen.

Dokumentarische und konzeptionelle Strategien verbindend, interessiert sich Hannes Jung für das Spannungsfeld zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was vorstellbar wird, und lotet in seinen Bild-Text-Kombinationen die Möglichkeiten und Grenzen des Abbildbaren aus.

Für den Prix Mark Grosset können Hochschulen aus der ganzen Welt jeweils in zwei Kategorien einen Studierenden benennen. Im Laufe seiner achtjährigen Geschichte wurde die Auszeichnung jetzt zum sechsten Mal von einem Studierenden der Hochschule Hannover gewonnen.

www.hannesjung.com/howislife