18. November 2016 bis 15. Januar 2017

A.

A. Foto: Heike Steiweg

Heike Steinweg

Ich habe mich nicht verabschiedet – Frauen im Exil

»Ich möchte über meine Gefühle sprechen, meine Gefühle sind universell und jeder kann sie verstehen. Es kommt nicht auf mein Gesicht an, nicht auf meine Nationalität, nicht auf meine Religion, nicht auf meine Hautfarbe. Aber meine Gefühle kann jeder verstehen, meine Traurigkeit darüber, dass ich nicht mehr in meine Heimat zurück kann.« (A.)

Fotografin Heike Steinweg richtet in ihrer aktuellen Arbeit den Blick auf die persönlichen Geschichten von Frauen im Exil in Berlin. Die geflüchteten Frauen, die sie portraitiert, haben sehr unterschiedliche kulturelle und soziale Hintergründe. Der Bogen spannt sich von der Schriftstellerin Rasha Abbas, die in Deutschland bereits ihr erstes Buch veröffentlicht hat, über die politische Aktivistin und Künstlerin Kefah Ali Deeb, die auf internationalen Konferenzen über die Lage in Syrien referiert, hin zu Menschen, deren Status noch völlig ungeklärt ist.

Hind.

Hind. Foto: Heike Steiweg

Gemeinsam ist allen Portraitierten die Position der Stärke: der Wille, die Kraft und der Mut, sich ein neues Leben aufzubauen. Durch ihr Handeln werden sie Vorreiterinnen für andere. Die im Studio aufgenommenen Portraits geben keine Hinweise darauf, woher die Frauen kommen und was sie erlebt haben. Zu allen Fotografien gibt es jedoch Texte, in denen die portraitierten Frauen selbst zu Wort kommen. Wie ergeht es dem Betrachter, wenn die üblichen Zuschreibungen wegfallen und wir geflüchtete Menschen nicht als Opfer wahrnehmen?

Fadwa.

Fadwa. Foto: Heike Steiweg

Die Portraits werden in der Ausstellung in der Galerie im Tempelhof Museum, Berlin lebensgroß präsentiert. Wie die Betrachter*innen die Frauen anschauen, schauen sie zurück und richten ihren Blick auf unsere Gesellschaft. »Mein Wunsch ist es, einen Dialog auf Augenhöhe zu führen, denn das persönliche Gespräch verändert beide Seiten und gibt ein Gefühl der Zugehörigkeit«, sagt Heike Steinweg. »Die Erfahrung einzelner Menschen anschaulich zu machen, verstehe ich auch als politischen Prozess.«

Heike Steinweg arbeitet international und ist vor allem für ihre Portraits von Schriftsteller*innen bekannt geworden. In den letzten Jahren hat sie zahlreiche Ausstellungen realisiert, seit 2014 u.a. »The Last Line | Writing in Berlin« in New York, Washington, Berlin und Toronto sowie in 2015 »Open History: Israelis und Deutsche im Portrait«, in Israel und Berlin.

Doha.

Doha. Foto: Heike Steiweg

Heike Steinweg
Ich habe mich nicht verabschiedet – Frauen im Exil
18. November 2016 bis 15. Januar 2017

Zur Vernissage am Donnerstag, 17. November 2016, 19 Uhr, spricht Priya Basil, Autorin.

Galerie im Tempelhof Museum
Alt-Mariendorf 43, 12107 Berlin
www.hausamkleistpark.de

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr
Freitag 10 bis 14 Uhr, Sonntag 11 bis 15 Uhr
Am ersten Mittwoch im Monat und an Feiertagen geschlossen
Eintritt frei