8. Mai bis 13. Mai 2013

Mit Fotos Inhalte und auch Emotionen zu transportieren, das ist ein Ziel des Workshops. Hier ein Porträt Vladimir Putins an der Russischen Akademie der Wissenschaften, umgeben von Bodyguards und Wissenschaftlern.

Mit Fotos Inhalte und auch Emotionen zu transportieren, das ist ein Ziel des Workshops. Hier ein Porträt Vladimir Putins an der Russischen Akademie der Wissenschaften, umgeben von Bodyguards und Wissenschaftlern. Foto: Gerd Ludwig

Gerd Ludwig

Reportage, Serie, Essay

Dokumentieren mit dem persönlichen Blick

Mittwoch, 8. Mai bis Montag, 13. Mai 2013

5½-Tage Fotografie-Workshop mit Gerd Ludwig

Dieser Workshop mit dem National Geographic Fotografen Gerd Ludwig richtet sich an Fotografen, die ihre Fotografie auf ein neues Level heben möchten. Er konzentriert sich auf die technischen, inhaltlichen und ästhetischen Aspekte des Fotografierens von Geschichten, bei denen sich persönliche Sichtweise und Objektivität die Waage halten; und er ist darauf ausgelegt, Fotografen dabei zu helfen, ihre persönliche fotografische Handschrift weiter zu entwickeln.

INHALTE
Mittelpunkt dieses Workshops bilden die unterschiedlichen Gestaltungsmerkmale von Reportage, Serie und Essay. Es werden Themen wie Recherche, Planung und der Erzählansatz einer Geschichte angesprochen, wie man sich einem Thema nähert und das Vertrauen von Personen gewinnt. Außerdem wird es darum gehen, wie man Fotos macht, die sowohl Emotionen als auch Inhalte transportieren. Ein zentraler Aspekt ist die Erarbeitung von anspruchvoller  Bildästhetik. Die Teilnehmer werden dazu ermutigt, professionelle Risiken einzugehen, um hochwertige Arbeiten für die Veröffentlichung in Magazinen, Büchern oder Ausstellungen zu erstellen. (Viele ehemalige Teilnehmer konnten die im Workshop mit Gerd Ludwig erstellten Arbeiten verkaufen). Gerd wird offen über seine Technik und persönlichen Ansätze sprechen, die er bei seinen eigenen Reportagen für National Geographic anwendet.

Technische Diskussionen werden sich auf folgende Fragen konzentrieren:

  • Wie können fotografische Werkzeuge in Real-World-Szenarien genutzt werden, um Atmosphäre und Stimmung zu transportieren, und gleichzeitig Ort und Raum zu beschreiben;
  • Wie kann ich mich Personen nähern und ihr Vertrauen gewinnen, um sie in einer intimen Art und Weise zu fotografieren;
  • Wie schaffe ich eine Balance zwischen meiner persönlichen Sichtweise und dem Respekt gegenüber der abzubildenden Person bzw. Situation;
  • Wie kann man durch fokussiertes Editing das Essentielle einer Geschichte hervorholen?

Darüber hinaus werden die Wahl der Objektive, die Bedeutung von Farbe in der Komposition und der Einsatz von Blitzen zum Einfangen von Atmosphären und Stimmungen erörtert, wobei Gerd auch auf seine eigene Technik eingehen wird.

Gerd wird erklären, wie es ihm gelang, mit Hilfe von Handblitzen anspruchsvolle Fotos mit bei sehr geringem, vorhandenem Licht zu machen. Diese Technik hat es ihm ermöglicht, für das National Geographic Magazin Geschichten zu produzieren, die vor einigen Jahren noch unmöglich erschienen (Moscow Never Sleeps, Chernobyl, Russian Orthodox Church, etc).

Gerd wird außerdem auf den sich verändernden Markt für Fotografen sowie auf die Nutzung neuester Crowdfunding-, Vertriebs- und Marketingmethoden eingehen, die es erlauben, kleine Aufträge in persönliche Langzeitprojekte auszuweiten. Seit seiner erfolgreichen Kickstarter-Kampagne – durch die er seine letzte Reise nach Tschernobyl finanzierte und aus der Ausstellungen, Veröffentlichungen und ein interaktives Multimedia-Fotobuch in Form der iPad-App »The Long Shadow of Chernobyl« hervorgingen – gehört Gerd Ludwig international zu den Pionieren dieser neuen Finanzierungsmethode von Fotoprojekten. Er wird ausführlich erläutern, wie diese Form der Finanzierung funktioniert und wie Fotografen sie für sich nutzen können. Außerdem wird Gerd einen Gast aus einer großen deutschen Redaktion präsentieren, der aus seiner Sicht erläutert, worauf er bei Fotografen wert legt.

ABLAUF
Jeder Teilnehmer sollte sich bereits im Vorfeld mit einer Themenidee auseinandersetzen, zu der er im Rahmen des Workshops eine komplette Serie, Reportage oder Essay produzieren wird. Nach individuellen Portfolio-Reviews unterstützt Gerd Ludwig die Teilnehmer bei der Konkretisierung ihrer Ideen, hilft bei der Recherche und Vorbereitung und erarbeitet mit ihnen ein Konzept zur Umsetzung.

Während des Workshops finden sowohl Gruppendiskussionen als auch Einzelgespräche mit Gerd Ludwig statt. Gerd steht auch für die Beratung über den zukünftigen Werdegang der Teilnehmer zur Verfügung. Den Abschluss des Workshops bilden die Präsentationen der Teilnehmer und das Feedback der Gruppe.

Bereits einige Wochen vor Beginn des Workshops wird ein Blog für die Teilnehmer angelegt, über den sich diese untereinander wie auch mit Gerd austauschen, gegenseitig miteinander bekannt machen und in Bezug auf logistische wie auch Recherchefragen auf den Workshop vorbereiten können.

Der Workshop richtet sich an Fotografen, die mit ihrem Handwerkszeug bereits umgehen können, sich aber in die Themen Reportage, Essay und Serie vertiefen wollen und dabei in der Gruppe und mit Gerd Ludwig über fünfeinhalb Tage intensiv arbeiten möchten. Die Teilnehmer müssen ihr eigenes Fotoequipment sowie einen Laptop mitbringen.

Seid bereit für lange Stunden des Fotografierens, Editings, Kritik und der Interaktion (keine Sorge, wir werden auch Spaß haben!)

Der National Geographic Fotograf Gerd Ludwig.

Der National Geographic Fotograf Gerd Ludwig. Foto: Memo Zack

GERD LUDWIG
Geboren in Alsfeld/Hessen. Studierte zunächst Germanistik, Sport und Politik-Wissenschaft an der Universität Marburg, dann abrupter Studienabbruch. Einjähriger Aufenthalt in Skandinavien und den USA mit Gelegenheitsjobs als Maurer, Seemann und Tellerwäscher.

Nach der Rückkehr nach Deutschland fotografisches Praktikum in Gießen und Studium der Fotografie bei Prof. Otto Steinert an der Folkwangschule/Universität Essen mit Abschluss als graduierter Foto-Designer. 1974 Mitbegründer der Fotografen-Agentur VISUM und bald danach Auftragsarbeiten weltweit für Spiegel, Stern, Geo, Zeit-Magazin, Art und viele andere.

1983 Umzug nach New York und umfangreiche Fotoreportagen für Time, Life, Newsweek, Fortune, New York Magazine, Esquire, Sports, Geo, Stern und National Geographic. Umzug nach Los Angeles im Jahre 1992, und National Geographic Vertragsfotograf mit Arbeitsschwerpunkt in Europa und der ehemaligen UdSSR.

In 2001 erscheint in den USA sein Buch »Broken Empire – After the Fall of the USSR« als 10-Jahresretrospektive der sozialen, ökonomischen und politischen Umwälzungen in der ehemaligen Sowjetunion (Deutscher Titel: Russland – Eine Weltmacht im Wandel). Im Jahr 2006 erhält er in New York den Lucie Award als International Photographer of the Year, eine Auszeichnung, die in den USA als Oscar der Fotografie gilt.

Heute fotografiert Gerd Ludwig, der seit einigen Jahren in Hollywood lebt, vornehmlich für National Geographic – manchmal für andere renommierte Zeitschriften und Buchprojekte und auch gelegentlich für Werbeagenturen. Er doziert an Universitäten und unterrichtet bei Workshops weltweit und seine Fotos werden international in Galerien und Museen ausgestellt. Er ist Mitglied von INSTITUTE for Artist Management.

www.gerdludwig.com